Hamburger Wohnungswirtschaft setzt Zeichen: dhu eG als erstes VNW-Mitglied realisiert Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung und spart jährlich 18,3 Tonnen CO₂

Hamburg, 8. Juni 2026 – Die Baugenossenschaft dhu eG und die MARCLEY GmbH eröffnen offiziell das erste Photovoltaikprojekt nach dem Modell der Gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung (GGV), das von einem Mitglied des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen e. V. realisiert wurde. An der Bürgerstraße 31 bis 37 in Hamburg versorgt seit dem 1. Juni 2026 eine 55,78-kWp-Solaranlage die Bewohner unmittelbar mit selbst erzeugtem Grünstrom. Damit setzt die dhu eG als Vorreiterin einen praktischen Impuls für die gesamte Hamburger Wohnungswirtschaft in Zeiten steigender Strompreise und wachsenden Klimadrucks.
Das MARCLEY-GGV-Modell gibt Mehrfamilienhaus-Bewohnern erstmals die Möglichkeit, Solarstrom direkt vom eigenen Dach zu beziehen, ohne dass Eigentümer oder Genossenschaften in Vorleistung gehen müssen. Im Rahmen des MARCLEY GGV All In One-Modells übernimmt MARCLEY die vollständige Investition sowie Planung, Bau und Stromlieferung an die Bewohner. Die Bewohner erhalten Solarstrom zu einem Arbeitspreis von 22,99 Cent brutto pro Kilowattstunde sowie einer geringen monatlichen Abrechnungsgebühr. Eine Preisgarantie sichert diesen Tarif für zehn Jahre. Ein weiterer, toller Aspekt der GGV, alle Bewohner bleiben beim gewohnten Energieversorger und erhalten den günstigen Solarstrom zusätzlich. Eine Volleinspeisung, bei der der erzeugte Strom ins allgemeine Netz eingespeist wird, ohne direkt den Bewohnern zugute zu kommen, war für die dhu eG keine Option.
Die installierte Anlage hat eine Kapazität von 55,78 Kilowatt-Peak und produziert rechnerisch eine CO₂-Einsparung von rund 18,3 Tonnen pro Jahr. Die Bewohner der Mehrfamilienhäuser in der Bürgerstraße werden seit dem 1. Juni 2026 mit selbst erzeugtem Solarstrom versorgt. Das Projekt ist dabei erst der Anfang: Die dhu eG plant, weitere PV-Projekte an anderen Standorten umzusetzen. Mehrere davon befinden sich bereits in Planung, weitere sollen im Herbst 2026 in die Versorgung gehen. Das erklärte Ziel der Genossenschaft ist es, schrittweise alle geeigneten Dächer ihres Bestands von rund 4.600 Wohnungen mit PV-Anlagen auszustatten.

Das Modell ist gesetzlich seit 2024 verankert und ermöglicht eine dezentrale Stromversorgung direkt innerhalb eines Gebäudes, ohne den Umweg über das öffentliche Netz. Für Wohnungsunternehmen entfällt dabei der administrative und finanzielle Aufwand einer eigenen Photovoltaikinvestition vollständig.
Der VNW Landesverband Hamburg e. V. begleitet das Projekt aktiv. Hamburger Wohnungsunternehmen stehen vor einer Kombination aus Herausforderungen: steigende Betriebskosten durch hohe Strompreise, verbindliche Klimaschutzziele der Stadt Hamburg sowie der in Teilen des Stadtgebiets geltenden Pflicht zur Begrünung oder solaren Nutzung von Dächern. Das GGV-Modell adressiert viele Punkte gleichzeitig und liefert damit eine praxiserprobte Antwort auf zentrale Herausforderungen der Branche. Dass die Umsetzung in Hamburg bei der dhu eG so schnell und reibungslos gelang, zeigt nach Einschätzung des Verbands, dass die Voraussetzungen für eine breite Ausrollung des Modells in der Region gegeben sind.
„Wir stehen zu den EU-Klimazielen und nehmen unsere Verantwortung als Genossenschaft ernst. Die Frage war für uns nie ob, sondern wie wir unseren Bestand klimafit machen – und zwar so, dass unsere Bewohner direkt davon profitieren, nicht erst irgendwann in der Zukunft. Eine Volleinspeisung war für uns keine Option. Wir wollten, dass der Strom, der auf unseren Dächern entsteht, auch bei unseren Mitgliedern ankommt. Dieses Pilotprojekt an der Bürgerstraße ist der erste Schritt. Bereits im Herbst 2026 werden wir weitere Objekte in Betrieb nehmen, und unser Ziel ist klar: Wir wollen alle geeigneten Dächer im gesamten dhu-Bestand schrittweise mit GGV ausstatten. Das ist unser Beitrag zur Klimastrategie Hamburgs, und er ist bezahlbar – für uns und für unsere Bewohner.“
Frank Seeger, Vorstand der Baugenossenschaft dhu eG
„Die Hamburger Wohnungswirtschaft steht vor erheblichen Herausforderungen: Die Anforderung an unsere Wohnungsunternehmen im Bestand eine CO2-Neutralität zu erreichen, die wirtschaftliche Umsetzung der ab 2027 bestehenden, Solargründach-Pflicht im Neubau und für Bestandsgebäude bei einer wesentlichen Dachsanierung, die sich ändernden Rahmenbedingungen durch die aktuelle Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und nicht zuletzt bestehende rechtliche Unsicherheiten. Die dhu eG handelt hier vorbildlich, denn die Mieter*innen werden den ab sofort erzeugten Solarstrom aus der PV-Anlage direkt vor Ort verbrauchen. In dem Zusammenhang hat sich die dhu eG für das Konzept der Gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung entschieden, und setzt dies gemeinsam mit einem Partner um. “
Silke Bainbridge Nott, Geschäftsführerin des VNW Landesverbands Hamburg e. V.
„Was wir hier in Hamburg gemeinsam mit der dhu eG realisiert haben, ist ein Beleg dafür, dass das GGV-Modell in der Praxis funktioniert. Unsere Bewohner zahlen 22,99 Cent brutto pro Kilowattstunde und haben zehn Jahre Preissicherheit. Das ist ein echter finanzieller Vorteil gegenüber dem öffentlichen Netzbezug. Gleichzeitig muss das Wohnungsunternehmen nichts investieren. Ich bin stolz auf das, was unser Team geleistet hat, und ich lade alle Wohnungsunternehmen im VNW ein: Sprechen Sie uns an. Die Lösung ist da, sie funktioniert, und die Umsetzung geht schneller, als die meisten erwarten.“
Florian Schnipkoweit, Geschäftsführer MARCLEY GmbH





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