„Einfach machen“: Erstes GGV-PV-Projekt im Mehrfamilienhaussektor in Hamburg geht in Belieferung

Hamburg, 1. April 2026 – In Hamburg geht das erste Photovoltaikprojekt für Mehrfamilienhäuser im Modell der gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung in die Belieferung. Bei einem Wohngebäude von Wittlinger Immobilien werden seit diesem Monat 18 Wohneinheiten direkt mit grünem und günstigem Strom vom eigenen Dach versorgt.
Bei Mehrfamilienhäusern scheitern gemeinschaftliche Photovoltaik (PV)-Projekte häufig daran, dass eine Eigennutzung des erzeugten Solarstroms verteilt auf mehrere Parteien wirtschaftlich komplex abzurechnen ist. Eine Lösung dafür bietet das neue Modell der gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung. Es ermöglicht, PV-Strom vom Dach eines Mehrfamilienhauses direkt mehrere Mietparteien zu liefern und mit Reststrom aus dem Netz fair und wirtschaftlich zu kombinieren. Während das Miterstrommodell alle Mieter an einen Versorger für den Reststrom bindet, bleibt bei der gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung freie Tarifwahl.
Für Wittlinger Immobilien ist das Projekt ein strategischer Meilenstein. Das Unternehmen setzt bewusst auf eine Lösung, die zu den Anforderungen von Wohnungsunternehmen und ihren Mietern passt.
„Die Anforderungen an die Immobilienwirtschaft nehmen zu. Gleichzeitig müssen Lösungen praktikabel bleiben. Mit Blick auf unsere Energiebilanz und das Ziel der Klimaneutralität bis 2040 in Hamburg ist klar, dass wir handeln wollen. Im Einfamilienhaussegment ist die Ausstattung mit Photovoltaikanlagen im Stadtbild bereits sichtbar. Doch wie können wir dazu beitragen, dass auch Bewohnerinnen und Bewohner von Mehrfamilienhäusern von eigenem und günstigem Strom profitieren? Die GGV ist dafür ein entscheidender Baustein“, sagt Anja Ehlers, Geschäftsführerin von Wittlinger Immobilien.
Das aktuelle Projekt ist dabei nur der Anfang. Für 2026 plant Wittlinger Immobilien die Umsetzung mehrerer GGV-Projekte, um die Dekarbonisierung des eigenen Immobilienbestands systematisch voranzutreiben.
Umgesetzt wurde das Projekt gemeinsam mit MARCLEY, das als erstes Unternehmen in Deutschland das Modell der GGV in die Praxis bringen konnte. Bereits im Dezember 2024 ging das erste Projekt von MARCLEY in Niedersachsen live. Zu diesem Zeitpunkt war das Modell für viele Marktteilnehmer noch reine Theorie.
Ein besonderer Vorteil für die Bewohner liegt in der einfachen und alltagstauglichen Umsetzung des Modells von MARCLEY. Der bisherige Stromvertrag bleibt unverändert bestehen, während für den Solarstrom lediglich ein zusätzlicher Vertrag abgeschlossen wird.
Darüber hinaus profitieren die Haushalte von lokal erzeugtem Strom zu einem günstigen Preis von 22,99 Cent brutto pro KWh sowie von einer Preisgarantie über zehn Jahre, die langfristige Sicherheit bietet.
„Es ist uns ein großes Anliegen, dass unsere Mieterinnen und Mieter ganz konkret von der Energiewende profitieren. Gerade in Zeiten wie diesen ist es entscheidend, dass Lösungen nicht nur ökologisch sinnvoll sind, sondern sich auch wirtschaftlich für alle Beteiligten lohnen. MARCLEY hat uns dabei von Anfang an überzeugt und die gesamte Umsetzung übernommen, ohne dass wir selbst Zeit und Geld investieren mussten. Das ist für alle Beteiligten eine echte Win win Situation.“, ergänzt Anja Ehlers.
„Die größte Hürde ist oft nicht die Technik, sondern der Schritt in die Umsetzung. Genau hier setzen wir an. Wir realisieren Projekte, sammeln Erfahrungen und entwickeln skalierbare Konzepte. Dass jetzt auch in Hamburg erste Projekte in die Belieferung gehen, ist ein wichtiger Schritt für den gesamten Markt. Grünen und bezahlbaren Strom für Bewohnerinnen und Bewohner von Mehrfamilienhäusern zugänglich zu machen, ist unsere Mission. Dieses Projekt zeigt, dass sich günstiger Solarstrom auch im urbanen Raum wirtschaftlich und einfach umsetzen lässt. Gleichzeitig übernehmen wir die komplette Umsetzung, sodass sich die Wohnungsunternehmen selbst nicht darum kümmern müssen. Für die Haushalte bedeutet das eine klare und verständliche Umsetzung sowie eine Preisgarantie von zehn Jahren, die langfristige Sicherheit schafft“, so Friedrich Grimm, Geschäftsführer von MARCLEY.

Auch aus Sicht des Netzbetriebs markiert das Projekt einen wichtigen Meilenstein für das Netzgebiet Hamburg. Gerade in einer Metropole wie Hamburg kommt es darauf an, Klimaziele mit Maßnahmen zu verbinden, die im Gebäudebestand tatsächlich realisierbar sind. Die gemeinschaftliche Gebäudeversorgung ist dabei besonders relevant, weil sie den lokal erzeugten Solarstrom direkt im Wohngebäude nutzbar macht und so die Energiewende näher an den Alltag der Bewohnerinnen und Bewohner rückt. Projekte wie dieses zeigen, dass der Ausbau erneuerbarer Energien in Mehrfamilienhäusern nicht an Komplexität scheitern muss.
„Mit der gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung wird in Hamburg ein neues Modell erstmals breiter in die Praxis überführt. Das Projekt kann für Hamburg Signalwirkung haben. Daher freuen wir uns hier gemeinsam mit MARCLEY und Wittlinger Immobilien praktische Erfahrungen zu sammeln und zugleich unsere Kompetenz als städtischer Netzbetreiber einzubringen”, sagt Chris Duwe, zuständiger Projektleiter bei den Hamburger Energienetzen.
Die Bedeutung dieses Projekts reicht weit über das einzelne Gebäude hinaus. Für eine Stadt wie Hamburg, die sich mit dem „Hamburger Zukunftsentscheid” ambitionierte Klimaziele gesetzt hat, sind umsetzbare Lösungen für den Gebäudebestand von entscheidender Bedeutung. Als eines der ersten GGV-Projekte in der Belieferung wird es damit zum Vorbild für weitere Vorhaben in der Stadt und zu einem wichtigen Baustein auf dem Weg zu einer klimaneutralen Energieversorgung im urbanen Raum.





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